Wie ich zur Gründerin wurde

Gründen
Anika Iliev, Gründerin Azurgelb

Lange ist dieser Gedanke nun schon in meinem Kopf: “Ich mache mich selbstständig!” Zu erst kommen viele Gedanken und Zweifel – soll ich wirklich, was wenn es schief geht, was soll ich überhaupt machen?

27 Jahre meines Lebens war ich überzeugt, dass Selbstständigkeit nicht für mich sei und ich sie doof finde. Meine Kindheit war geprägt von der Selbstständigkeit meiner Eltern. Sie waren mindestens 60 Stunden in der Woche arbeiten. Sie machten zwar das, was sie wollten und was sie glücklich machte, aber sie hatten wenig Zeit für uns Kinder und gut verdient haben sie auch nicht.

Schon in der Grundschule festigte sich meine Ansicht, dass ich einen gut bezahlten Job im Angestelltenverhältnis haben möchte. Tja – Heute bin ich seit 7 Wochen selbstständig…

Wie kam es dazu?
Der erste Schritt war sicherlich meine Partnerschaft. 2014 habe ich mich in meinen Chef verliebt, seit 3 Jahren sind wir ein Paar. Wir arbeiteten in einer kleinen Firma, die er mitbegründet hatte. So war die Arbeit und die Firma auch immer Teil meiner Freizeit. Bei mir führte das dazu, dass es sich anfühlte, als wäre es auch meine Firma.

Ich glaube der nächste Schritt war, dass ich mit der Leistung der neuen zweiten Geschäftsführung nicht zufrieden war. „Wenn sie das kann, kann ich das auch – und zwar besser!“, dachte ich mir. Aber gemeinsam mit meinem Freund Geschäftsführerin zu sein war aus mehreren Gründen nicht möglich bzw. vorstellbar.

Gleichzeitig zu meinen Gedanken, sank jedoch seine Motivation, das Geschäft fortzuführen. Nach mehreren Höhen und Tiefen beschloss er, dass es Zeit für ihn war, etwas Neues zu wagen und die Firma zu verkaufen. Damit kam die Frage auf, was ich danach mache.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
Eine Anstellung hätte ich sicher schnell gefunden, aber etwas in mir hatte eine Aversion gegen die Vorstellung. Es war eine Zeit, in der ich mich viel selbst reflektierte und einige Ratgeber las (meine Buchempfehlungen folgen), vor allem zum Thema „was will ich“ und „Frauen in Führungspositionen“. Besonders „Girlboss“ und der Podcast „Girlboss Radio“ von Sophia Amorouso inspirierten mich. Beim Segelurlaub 2016 kam dann zum ersten mal der Gedanke „Ich kann mich selbstständig machen!“ Zu erst war es ungewohnt. Wieso denke ich das, wenn ich Selbstständigkeit doch eigentlich nicht mag. Kann ich das überhaupt? Was, wenn ich scheitere? Kann ich ein Business anfangen, bin ich ein Anfänger? JA!

Wenn ich scheitere, kann ich mich immer noch anstellen lassen und dann habe ich es wenigstens versucht.
Ich möchte etwas bewegen in meinem Leben, Kunden beraten, Mitarbeiter begeistern, mein eigener Chef sein.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest? Du würdest es einfach machen.

Ja, ich bin ein Anfänger und das ist erst der Anfang.