Als Designer einen Entwickler verstehen

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Als Designer einen Entwickler verstehen

Welcher Designer kennt das nicht: Man sitzt ewig lang und mit viel Motivation und Passion an einem Screen-Design für eine neue Website und freut sich auf die Umsetzung durch den Entwickler. Doch am Ende gleicht nichts dem ursprünglichen Layout – Abstände und Größen stimmen nicht, die Schrift ist eine andere und die Funktionen sind nur teilweise umgesetzt. Ich kenne diesen Umstand leider zu gut und habe die Ursache immer beim Entwickler gesucht. Doch liegt die „Schuld“ immer beim Programmierer? Ich breche heute eine Lanze für die DEV-Unit und sage: Nein.

Nach fast 4 Jahren im Job (und etlichen Web- und App-Designs später) ist es auch heute noch eine aufregende Sache für mich, wenn ein Projekt umgesetzt wird. Dabei ist mir aufgefallen, dass es wenig Erfahrungsberichte darüber gibt, wie Designer und Entwickler miteinander arbeiten sollten. Schließlich soll am Ende ein Produkt an den Kunden übergeben werden, bei dem alle Beteiligten zu 100% dahinterstehen. Was sollte schon in der Designphase abgeklärt sein und was passiert eigentlich während der Programmierphase? Klar ist, die Abläufe und Workflows sind sehr unterschiedlich.

Der Designer geht auf den Entwickler zu

Um Unklarheiten und Missverständnisse direkt zu vermeiden, sollte vor einem Design der Entwickler involviert werden. Zwischen Theorie und Praxis liegen oft Welten – von daher ist es hilfreich, wenn der Entwickler sich auf den Designer und seine Handschrift einstellen kann und umgekehrt. Alles, was gestaltet wird, muss umsetzbar sein und nur ein Entwickler kann sagen, ob das auch realisierbar ist. Hierbei spielt das Budget und die Zeit eine große Rolle. Es ist wichtig Kompromisse eingehen zu können. Die findet man, wenn man von Anfang an miteinander spricht. Nur so können Entwickler ein Design nachvollziehen und sich an seine Verwirklichung setzen.

Eine große Hilfe ist es vorab Wireframes und einen Prototyp zu erstellen. Diese gestalte ich sogar schon – schließlich soll das alles schon hübsch aussehen. Dabei spielt das Design für den Entwickler noch überhaupt keine Rolle. Ich habe gelernt, dass er großen Wert auf Funktion legt. Ich erstelle und baue die Wireframes und einen Prototyp in Adobe XD – da kann ich am Ende sogar schon einwandfreie .svg-Dateien exportieren. Erst wenn die Funktionen geklärt sind, kippe ich den Farbeimer drüber – um es mit den Worten eines ehemaligen Kollegen zu sagen.

Der Designer bereitet die Dateien auf

Noch bevor ein Layout übergeben wird, sollte der Designer wissen wie der Entwickler arbeitet und welche Programme er benutzt. Anhand eines Styleguides können Abstände, Farben und Schriftgrößen festgelegt werden, an die sich auch ein Entwickler halten sollte. Wie müssen Grafiken aufbereitet sein, benannt und ausgegeben werden? Eine gute Kommunikation vorab und auch während des Gestaltungsprozesses ist hier existenziell. Eine nützliche Orientierungshilfe dazu gibt es hier.

Der Designer muss Feedback geben

Nach dem ersten Programmierungsprozess, sollte der Designer genau prüfen, ob das vorgegebene Design seinen Vorstellungen entspricht. Klares Feedback und ein gemeinsames Abarbeiten helfen dabei, diese Vorstellungen zu verwirklichen.

Der Designer passt sich dem Entwickler an

Entwickler haben ihre gewohnten Abläufe. Es macht keinen Sinn, ihn an den Designer anzupassen – schließlich ist er erst der nächste Schritt in der Entwicklung eines Projektes. Welche Software hat er in der Vergangenheit verwendet? Diese soll er benutzen dürfen! Ihm eine Software vorzuschreiben ist nicht von Vorteil. Denn nur in einem gewohnten Umfeld mit seinen eigenen Programmen und Techniken macht er Designs erst lebendig und bedienbar. Grundsätzlich gilt: bei jedem Projekt kann es neue Anforderungen von Entwicklern geben. Auch sie entwickeln sich ständig weiter. Als Designer bin ich dafür da, Lösungen für ein Projekt zu gestalten – Der Entwickler soll sie umsetzen.

Bei all dem DEV-Unit-Support noch etwas in eigener Sache: Auch ein Designer arbeitet und denkt emotional – genau das macht seinen Perfektionismus aus. Und an dieser Stelle können sich Designer und Entwickler wieder die Hand reichen.


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