• 15. November 2019
  • Anika

Die Erfolgsstory.

Wer mich kennt, würde mich vielleicht als selbstbewusst, erfolgsorientiert, fleißig und umtriebsam beschreiben. Alles Adjektive, die in der Geschäftswelt positiv konnotiert sind, Eigenschaften, die man auch als Voraussetzungen für die Selbstständigkeit ansehen kann. Ich habe gegründet, um erfolgreich zu sein, Geld zu verdienen und um es „denen“ zu beweisen. Meine Eigenschaften haben mir bei diesem Vorhaben geholfen. Viel Arbeit, viele Zweifel, die mit noch mehr Arbeit bekämpft wurden und „selbstsicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“. Hauptsache niemand bemerkte, dass ich mich eigentlich wie ein Hochstapler fühlte. Der Erfolg gab mir recht: Nach 12 Monaten Unternehmertum hatte ich einige große Kunden gewonnen. Nach 20 Monaten musste ich das erste Mal Angebote zurückziehen, weil wir an unserer Kapazitätsgrenze angekommen waren. Zum zweijährigen Jubiläum gab mein erstes eigenes Auto, einen Neuwagen.

Der Wertewandel.

Ich habe Vollgas gegeben, Arbeiten, Netzwerken, Schlafen, von vorn. Früher sagte ich voller Stolz, dass Arbeiten mein Hobby sei. Während der Auflösung der alten Agentur, Aufbau der eigenen Firma, Ehrenamt im Marketing Club, Hochzeit und Umzug gab es eh keine Zeit für andere Sachen. Anfang 2019 erreichten Frust und Zweifel den Höhepunkt. Trotz des Erfolgs war ich unzufrieden.

Vielleicht lag es auch an der großen 3 (Ich bin 2019 30 geworden), die einen das eigene Handeln in Frage stellen lässt. Mich ließ die Frage nicht los, was ich mit meiner Zeit machen würde, wenn ich nicht arbeitete. Mir fiel nichts ein. Und das öffnete mir die Augen.

Nach Projektabschluss, Geburtstagsparty und Sommerevent beim Marketing Club habe ich das Sommerloch genutzt und alle Aktivitäten runtergefahren. Statt Akquise habe ich ein Coaching gemacht, Netzwerkveranstaltungen habe ich gegen Malpinsel getauscht und vor allem habe Lebensziele statt Umsatzziele definiert.

So wie ich bin, bin ich ok.

Nach diesem Sommer hatte Azurgelb nicht nur eine schärfere Positionierung und ein leichtes Rebranding, sondern auch eine entspanntere Inhaberin. Ich hatte erkannt, dass ich mit meiner Erfolgsorientierung einem Irrglauben aufgesessen war. Natürlich freue ich mich über tolle Kunden und erfolgreiche Projekte, natürlich muss man auch Geld verdienen. Aber ich beschloss, nicht um jeden Preis wachsen zu wollen. Manchmal sieht man Kollegen, die große Kunden an Land ziehen oder in einer Woche 3 Kundenworkshops durchführen. Dann erwische ich mich, wie ich kurz neidisch bin auf die tollen Stories. Dann merke ich, wie gestresst Menschen dadurch werden und schon ist der Neid verschwunden.

Ich habe erkannt, dass ich nicht 50+ Stunden arbeiten kann und möchte. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Business und möchte Qualität steigern statt zu wachsen. Das Ergebnis sind Gelassenheit und Selbstsicherheit. Es wächst die Überzeugung, dass man mit mehr Selbstakzeptanz und Respekt vor den eigenen Grenzen, wesentlich besser arbeiten kann. Das merken auch Kunden und Geschäftspartner.

Meine Werte.

Arbeiten macht mir immer noch sehr viel Spaß. Sogar mehr als vorher. Ich möchte ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zu unseren Kunden aufbauen. Für mein Team (Angestellt wie Freelancer) möchte ich gute Arbeitsbedingungen schaffen. Ich übernehme Verantwortung dafür, dass es ihnen und mir gut geht, was auch zur Folge hat, dass wir für unsere Kunden bessere Arbeit machen. Für unsere Kunden setze ich auf Pragmatismus, Transparenz und Verlässlichkeit. Unnötige Leistungen nur um Geld zu verdienen schlagen wir nicht vor, aber wir wissen was wir können und was diese Kompetenzen wert sind.

Sicherlich finden das nicht alle gut. Das respektiere ich. Sicherlich wird der Moment kommen, an dem man vor seiner eigenen Courage zurückschreckt und einknickt. Aber das gehört dazu. Mein Rat an alle: seid ehrlich zu euch selbst und achtet auf eure Werte. Sie bilden euer Rückgrat und helfen euch aufrecht zu bleiben.

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