Warum ist die DSGVO im Marketing wichtig?

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Blogbeitrag Azurgelb - Marketing und DSGVO

Mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSGneu) der Bundesrepublik sind im Mai 2018 zwei Gesetze in Kraft getreten, die einigen Unternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern Kopfzerbrechen verursachen. In den nächsten Wochen wollen wir über eine Reihe von Blogbeiträgen für etwas Klarheit über die Grundlagen des Datenschutz und die Rolle der DSGVO im Marketing sorgen. Bei Fragen und Themenwünschen freuen wir uns über einen Kommentar unter diesem Beitrag oder eine Mail.

Marketing ist die Quelle der Kommunikation des Unternehmens nach außen. Ob Website, Mailings, Messeauftritte oder Social Media – viele Prozesse, in denen personenbezogene Daten verarbeitet werden kommen vom oder gehen über den Tisch des Marketingverantwortlichen. Daher ist es sehr wichtig, die Marketingabteilung oder den Marketingverantwortlichen für die Anforderungen der DSGVO zu sensibilisieren. Weiterer Vorteil: Wenn der Datenschutzbeauftragte zum Marketing kommt, ist es besser, man weiß schon, was man ihm zuarbeiten muss.

Potentielle Fragen vom Datenschützer

Beim Stichwort „DSGVO“ denken die meisten Marketer schon mal folgerichtig an ihre Website. Sicher haben die meisten auch ihre Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweise überarbeitet. Als Visitenkarte im Netz, die für alle (Anwälte, Kunden und Bots) zugänglich ist, ist die Homepage auch ein guter Ausgangspunkt die Marketingmaßnahmen auf Datenschutzkonformität zu prüfen. Wenn der Datenschutzbeauftragte sich bei Ihnen ankündigt, um über Ihre Datenverarbeitung zu sprechen, geht es aber noch weiter. Wie ist der Prozess bei der Anmeldung aber auch bei der Abmeldung vom Newsletter? Wer hat überhaupt Zugriff auf die Daten der Abonnenten? Wenn Sie die Daten von Empfängern Ihrer Mailings (digital wie analog) in einer Excel-Tabelle sammeln, wird der Datenschützer sicher tiefer nachfragen.

Haben Sie schon mal ein Gewinnspiel durchgeführt? Wie waren die Teilnahmebedingungen gestaltet und was ist mit den Kontaktdaten der Teilnehmer danach passiert? Alles keine schweren Fragen, aber man sollte die Antwort kennen und die wissen, wie man das auch belegen kann. Diese Fragen sind auch essentiell in der Planung von neuen Aktionen und für den Austausch mit den Kollegen. Wissen in Silos – nämlich in den Köpfen von einzelnen Mitarbeitern – wird dann zur Falle, wenn man den Mitarbeiter nicht (mehr) fragen kann. Ihr Datenschützer wird Sie also in jedem Fall auf eine lückenlose Dokumentation verpflichten.

Ziel: Datenschutzkonformes Marketing

Im Allgemeinen hat das Marketing die Bekanntmachung des Unternehmens und seiner Leistungen zum Ziel, neben der Website sind oft auch besondere Aktionen Teil der Vertriebsunterstützung. Damit einher geht die Erhebung oder Verwendung vieler Daten von Interessenten und Kunden. Besonders in der hoch sensibilisierten Gesellschaft in Deutschland wird momentan stark auf den Datenschutz bei Werbemaßnahmen geachtet. „Woher hat das Unternehmen meine Post-Adresse?“ oder „Was macht das Unternehmen wohl mit meinen Daten, wenn ich an dem Gewinnspiel teilnehme?“ werden sich und Sie einige Kunden fragen. Wenn man darauf eine überzeugende und schnelle Antwort hat, kann man Pluspunkte auf dem Vertrauenskonto sammeln. Oder anders gesagt, wenn man darauf spät oder gar nicht antwortet, verschenkt man wohlmöglich einen positiven Kontakt mit einem (potentiellen) Kunden. Fatal wird es dann, wenn aufgrund von unklaren Prozessen ein Kunde noch mal ein Werbemailing in der Post hat, obwohl er vor 2 Monaten einen Werbewiderspruch an Sie übermittelt hat.

Fazit: besser hat als hätte

Das klingt erst einmal nach viel Arbeit, aber sicherlich haben Sie auch schon bisher mit gesundem Menschenverstand gehandelt und daher schon datenschutzkonform Marketingmaßnahmen durchgeführt. Jetzt geht es vor allem darum, Papier zu produzieren, das das belegt, sowie die Prozesse zu strukturieren und Mitarbeiter zu schulen. Wenn man sich beispielsweise an ein Verarbeitungsverzeichnis setzt, wird deutlich, dass nur kleine Maßnahmen nötig sind, um dem Kollegen vom Datenschutz sowie und vor allem die Kunden zufrieden zu stellen.

Was beispielsweise bei den einzelnen Touchpoints von Website bis Werbemailing zu beachten ist, wird in dem nächsten Blogpost aufgearbeitet. Wenn es in Ihrem Team Fragen und Bedarf an Unterstützung gibt, können Sie gern einen kostenlosen Beratungstermin bei Azurgelb vereinbaren.

Mehr zu den begrifflichen Grundlagen von Datenschutzkonformen Marketing gibt es in dem Beitrag aus der letzten Woche: Datenschutzkonformes Marketing – der Einstieg

Anika Iliev ist zertifizierte Datenschutzbeauftragte (TÜV Nord Zertifikat 08/2018). Alle Angaben zum Thema Datenschutz spiegeln ihre Lesart der Gesetze und Rechtssprechungen wider, verstehen sich aber weder als vollständig noch als rechtsverbindlich. Die Inhalte der Website und Vorträge sollen einen pragmatischen Einstieg in ein komplexes Thema bieten. Sie ersetzen jedoch keine Beratung von einem Anwalt. Gern berät sie Sie zu Ihren spezifischen Fragen hinsichtlich datenschutzkonformen Marketingmaßnahmen.


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