Corona trifft Selbstständige, Freiberufler, Künstler und Unternehmer im allgemeinen wirtschaftlich sehr hart. Neben der Ungewissheit über grundlegende Regularien kommt die ungewisse Zukunft der Auftragslage hinzu. Je nach Größe des Unternehmens hat man monatliche Fixkosten und natürlich Verantwortung gegen über den Mitarbeitern und ihren Familien. Die Angst, diesen Verpflichtungen nicht gerecht werden zu können, ist furchtbar. Je nach Rechtsform kommt dann die Angst um die eigene Existenz dazu. Einzelunternehmer wie ich haften ja direkt mit ihrem privaten Vermögen, wenn Kosten fällig werden. Vertrieb kann man auch nicht wirklich machen, um das Loch auszugleichen. Man ist – ganz oder zumindest teilweise – zur Untätigkeit verdammt.

Jetzt heißt es durchhalten

Mit Azurgelb habe ich großes Glück und bin (noch) nicht von der Krise betroffen. Zu erst einmal: Denise und ich sind gesund, unsere Männer und Familien auch. Das ist das wichtigste. Aber auch wirtschaftliche Faktoren spielen in unsere Karten. Zum einen sind wir klein, unsere Fixkosten sind im Vergleich zu vielen anderen Agenturen gering. Zum anderen haben wir Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen, kleine und große Unternehmen, viele davon arbeiten – wenn auch eingeschränkt – weiter.

 

Aber auch ich war schon in einer Lage, in der es uns wirtschaftlich nicht optimal ging. Für alle, denen es jetzt so geht, habe ich folgende Tipps:

  • Sprecht dadrüber. Es hilft, zu wissen, dass es anderen auch so geht oder schon mal so ging. Es ist ganz normal. Außerdem kann man euch nur helfen, wenn man weiß, dass ihr Support braucht. Man kann Zahlungen stunden oder in Raten aufteilen.
  • Nutzt die Zeit. Ausbleibende Aufträge schaffen Zeit für Aufgaben, die sonst liegen bleiben, wie Aufräumen, Buchhaltung, Nachbereitung usw. Die Sachen jetzt zu erledigen, schafft Freiraum und Entspannung, wenn es wieder los geht. Wenn alles abgearbeitet ist, kann man die Zeit für Weiterbildung nutzen. Bücher / E-Books, Online-Kurse oder Podcasts bieten viel Input auch im Home Office.
  • Denkt um die Ecke. Könnt ihr einen Service anbieten, der euren Kunden in der oder durch die Krise hilft, den ihr bis jetzt noch nicht verkauft habt? Kann man ein verwandtes oder neues Business Modell entwickeln, um sich jetzt oder später breiter aufzustellen? Lasst eurer Kreativität freien Lauf.
  • Nehmt die staatliche Hilfe an. Wenn gar nichts mehr geht, helfen die Angebote von Bund und Ländern, die im Corona-Hilfspaket stecken. Mehr Infos gibt es z. B. bei der avalia oder bei der Stadt Dresden.

Nach der Krise ist vor der Krise

Sobald es wieder Berg auf geht, sollte man für die nächste Notsituation vorsorgen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber jeder Schritt hilft, beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein. Dazu würde ich folgendes empfehlen:

  1. Kosten checken. Ich habe eine Aufstellung von Fixkosten und variablen Kosten, die ich regelmäßig aktualisiere. So weiß ich immer, wie viel Geld ich benötige. Dabei lohnt es sich zu überprüfen, welche Ausgaben wirklich nötig sind oder ob es einen besseren/günstigeren Anbieter gibt. Z. B. Telekommunikationsverträge, Softwarelizenzen, Abonnements, etc. Man sollte nie über seine Verhältnisse leben, auch wenn es Komforteinbußen bedeutet.
  2. Notgroschen aufbauen. Je nach Sicherheitsbedarf und wirtschaftlichen Umständen, sollte man meiner Meinung nach immer einen „Notgroschen“ auf dem Konto haben, der die Fixkosten von mindestens 3 Monaten, besser mehr, abdecken kann. Das sorgt für wesentlich besseren Schlaf.
  3. Angebote und Kunden diversifizieren. Es ist langfristig sinnvoll nicht ausschließlich von einer Dienstleistung, Branche oder gar einem Kunden abhängig zu sein. Man sollte zwar auch nicht „ALLES“ machen wollen (aka. Spitze Positionierung ist besser), aber es empfiehlt sich, nicht alle Eier in einen Korb zu legen.
  4. Netzwerken und Branding. Verlässliche Kontakte kommen nicht mit einer Anfrage bei XING oder LinkedIn. Eine stetige Netzwerkarbeit, Sehen und Gesehen werden, kann sich in Notsituationen (zu wenig oder zu viel Arbeit) auszahlen. Dabei gilt natürlich immer Geben und Nehmen. Weiterhin sollte das Netzwerk wissen, wer ihr seid und was ihr macht. Da sind wir wieder bei der Positionierung oder eben einem klaren (Personal) Branding. Arbeitet also daran, dass sich andere Menschen an euch erinnern.
  5. Notfallplan erstellen. Eine Krise kann nicht nur von außen kommen. Besonders bei Einzelunternehmungen hängt, wie der Name schon sagt, alles an einer einzelnen Person. Ihr könntet euch auch überlegen, was im Falle eines Falles von wem wie zu tun ist. Dazu gehören Vollmachten, Zugänge zu Kontakten und Unterlagen sowie Prozessbeschreibungen bzw. Eure Wünsche. Bis auf die Vollmachten (Bank- und Unternehmervollmacht) ist dafür keine besondere Form nötig in den meisten Situationen.

 

So oder so: Wer sich bewegt und nicht den Kopf in den Sand steckt, für den wird es immer weitergehen. Bloß nicht aufgeben. Gemeinsam schaffen wir das.

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