PANDA digital

Fempreneur, Freizeit, Gründen
Am Samstag (23.9.) war ich eingeladen zur Panda digital im digital Space von SAP in Berlin. Am Hackeschen Markt treffen sich knapp 90 Frauen, um zu Netzwerken, von einander zu lernen und sich gegenseitig zu bestärken. In dem Blog-Beitrag gibt es für alle Daheimgebliebenen und Interessierten einen Erfahrungsbericht.

Panda – The Women Leadership Contest & Network – ist ein branchenübergreifendes Netzwerk für Führungsfrauen – und die es werden wollen. Ihre Mission: 50/50! Die Hälfte der Bevölkerung sind Frauen, dann sollten sie auch die Hälfte der Führungsrollen übernehmen. Dazu werden regelmäßig Events in den Großstädten Deutschlands mit führenden Unternehmen verschiedener Wirtschaftszweige veranstaltet.
Natürlich ist ein wichtiger Aspekt des Tages, dass die Frauen mit den Unternehmen, die die Veranstaltung sponsporn, ins Gespräch kommen. Für Bing Player wie SAP, MC Kinsey, Schaeffler ist es unverzichtbar hochqualifizierte Frauen zugewinnen, um wichtige Jobs zu besetzen. Der soziale Drang nach Diveristy und der FachkräfteMangel scheint einen positiven Einfluss auf die „Frauenquote“ zu haben, auch wenn die Erfüllung dieser wohl kein befriedigender Grund für eine Beförderung ist.

 

Der Tag begann mit Frühstück und sofort kam man mit den anderen Teilnehmerinnen ins Gespräch. Da sich noch kaum jemand untereinander kannte, gab es glücklicherweise keine Grüppchenbildung und jede sprach mit jeder. Zum Einstieg gab es zwei Keynotes von Anka Wittenberg, Chief Diversity & Inclusion Officer, Senior VP von SAP und Sophie Vasaroti, Head of Digital Product bei VW Financial Service. Im ersten Vortrag wurde eindrucksvoll dargelegt, welch Diskrepanz im Bereich Diversity zu finden ist (ungleiche Bezahlung, Vorurteile gegenüber Geschlechtern, Altersgruppen und Kulturen, männerdominierte Branchen und Führungsebenen) und was SAP im Bereich Diversity beeindruckendes macht, erreicht hat und noch erreichen will. Für mich selbst konnte ich zwar nichts mitnehmen, allerdings war es eine hervorragende Präsentation der Employer Brand und sorgte (zumindest bei mir) für eine Image Verbesserung von SAP.

 

Der zweite Vortrag beschrieb die vielen Hürden, die der zierlichen Australierin Sophie begegneten auf ihren Stationen in Deutschland und Brasilien. Viel spannender war ihr Ansatz, wie sie mit den Problemen und den eigenen zweifeln umging und schließlich unglaublich erfolgreich war. Sie sage „Persistence is key to success!“ Sie sprach also von der Beharrlichkeit, sich von Schwierigkeiten und Hindernissen nicht gleich abschrecken zu lassen. Außerdem warb sie für Empathie – wenn sie jemanden überzeugen wollte, hat sie sich immer in die Zielperson / -gruppe hineinversetzt und versuchte nicht, ihnen ihre Lösung überzustülpen. Kurz: Eine inspirierende Frau!

 

Es folgte die erste Simulation – eine kurze Aufgabe die in Gruppen von 10-13 Frauen bearbeitet wurde. Da es die Panda Digital war, war auch das Thema aus der Digitalwirtschaft. Erkläre Bitcoin und sammelt pro und contra Argumente. Ohne Moderation und ohne Ahnung einen Haufen Frauen in 40 Minuten zu einem vorzeigbaren Ergebnis zu bringen, ist tatsächlich so herausfordernd wie es klingt. Allerdings war es unglaublich spannend mit den unterschiedlichen Disziplinen, Erfahrungen und Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten. Wir teilten uns auf und brieften die anderen zu unserem Unterthema. Eine von uns wurde ausgewählt die Sprecherin zu sein. Zusätzliche „challenge“: es würde erst in dem Moment, in dem man auf die Bühne gerufen wird, mitgeteilt, welche Position man vertritt. Das Beste an der Simmulation: Das Speed-Feedback direkt im Anschluss. Fremde Menschen berichten, wie ich im ersten Moment und in der kurzen Zusammenarbeit auf sie gewirkt habe. Das war einer der wertvollsten Momente des Tages für mich.

 

Es folgten Company Pitches (Die Sponsoren wollen sich natürlich auch bestmöglich vorstellen), Mittagessen und Netzwerken. Es war super zu erfahren, was andere Frauen in anderen Branchen umtreibt. Für mich als Gründerin war es eine gute Gelegenheit zu üben, mein Geschäftsmodell kurz und verständlich zu formulieren. (Einige Erkenntnisse werden sich definitiv im Wording der Website demnächst niederschlagen). Nach einer weiteren Simmulation, mit neuer Aufgabe, neuer Gruppe und gleicher Struktur, ging ich noch zum Inspirational Talk mit Fränzi Kühne, CEO von Torben, Lucy und die Gelbe Gefahr sowie jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands (Freenet AG). Ihr zu zuhören war so erfrischend! Denn sie ist ohne Plan und Absicht an ihre Karriere rangegangen, sondern folgte stets ihrem Herz und ihrem Bauchgefühl. Auf Fragen nach Ratschlägen zum Karriere Machen, Produktivität und Familie vs. Karriere antwortete sie immer „Ich mache es so, dass es sich für mich richtig anfühlt.“ Sie bleibt sich treu und das ist wahnsinnig charmant und authentisch!

 

Wir ließen den Abend dann bei Buffett und Getränken (Yeah, endlich ein Glas Wein!) mit vielen Gesprächen ausklingen. Ein rundum gelungener Tag!

 

Heute sitze ich mich vielen Inspirationen und Eindrücken wieder zurück am Schreibtisch und kann jeder von euch nur empfehlen, sich für die Teilnahme an einer Panda zu bewerben. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings muss man durch einen Bewerbungsprozess durch, für den man sich etwas Zeit nehmen sollte.
Vielen Dank auch an das Team der Panda, die mit Enthusiasmus und Freude durch den Tag geführt haben. Ich komme gern wieder!