Themenmonat Datenschutz – TÜV Nord Seminar

Datenschutz, Weiterbildung 0

Lange haben wir gewartet, endlich war es so weit: Drei Monate nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU war ich beim Datenschutzseminar des TÜV Nord in Berlin. Wie und warum ich mich für dieses Seminar entschieden habe und was ich in diesen vier (4!) Tagen gelernt bzw. erlebt habe, verrate ich euch in diesem Blogbeitrag.

Wer die Qual hat… Angebotsengpass

Eigentlich sind wir ja „alle selbst Schuld“: 2016 hat die EU das neue Gesetz zum Datenschutz der Unionsbürger verabschiedet und eine gnädige Übergangsfrist von 2 Jahren eingeräumt. Wirklich realisiert haben die meisten (da schließe ich mich ehrlicherweise mit ein) erst Anfang 2018, was da eigentlich passiert ist. Wir haben ca. 1,5 Jahre verschlafen oder ignoriert, dass einige Punkte auf unserer To Do Liste stehen, die gar keinen Spaß machen. Die Panik und den Zeitdruck hätten wir alle also locker umgehen können. Nun war es also schon recht spät und ich fing Anfang 2018 so langsam an, mich mit dem Thema auseinander zusetzen. Irgendwie empfand ich es tatsächlich als Herausforderung und mein Ehrgeiz war geweckt. Allerdings stellte ich nach einiger Zeit fest, dass Selbststudium mich nicht sehr weit bringen wird in dem Fall und ich professionellen Input brauche, wenn ich das professionell angehen will. Auf diese Idee ist aber gefühlt die halbe Unternehmerschaft gekommen. Die meisten Weiterbildungsangebote waren ausgebucht. In Dresden gab es wie immer nur wenige Termine und wenn, dann nur für betriebliche Datenschützer. Da ich als Geschäftsführerin diese Rolle für mein eigenes Unternehmen eh nicht übernehmen darf und damit auch nicht für Kunden als externer aktiv werden kann, schränkte sich das relevante Angebot noch weiter ein. So griff ich beim ersten, passenden Angebot in Berlin beim TÜV Nord zu. Und musste 4 Monate warten…

Das Datenschutzseminar – mit Profis arbeiten lohnt sich

Das Seminar nennt sich Datenschutzbeauftragter (TÜV) gemäß DSGVO und BDSG-neu und qualifiziert sowohl betriebliche als auch externe Datenschutzbeauftragte. In vier Tagen wurde ich mit 24 anderen Personen in allen wesentlichen Themen des Datenschutzes und der Informationssicherheit geschult. Der Anwalt, der die ersten 3 Tage referierte, war jung, zackig und hat dieses wirklich dröge Thema mit Praxisbezug und einer netten Spur Gemeinheit für mein Empfinden sehr gut vermittelt. Sicherlich kann das bei anderen Referenten in anderen Städten anders sein, aber da hatte ich Glück. Der Input war heftig und es ging in einem Affenzahn durch die Themen, aber langweilig fand ich es nicht. Am 4. und letzten Tag wurde dann noch oberflächlich das Thema Datensicherheit behandelt. Ein sympathischer älterer Auditor aus Hamburg teilte da sein Wissen. Es war nicht schlecht, aber auch nicht mitreissend. Zum krönenden Abschluss der vier Tage begann ca. 16:30 Uhr die 75minütige Prüfung. Diese ist nicht Pflicht, allerdings sehr zu empfehlen. 35 Multiple Choice Fragen und eine Textaufgabe sind zu schaffen. Empfehlenswert ist sie auch daher, weil das Zertifikat personenbezogen ein Leben lang gültig ist. Man kann zwar auch ohne als Datenschutzbeauftragter tätig werden, aber so ein TÜV Zertifikat ist sicher auch im Bewerbungsgespräch ein Pluspunkt.

Hier die Inhalte im groben Überblick, mehr auf der Seminarseite:

1. Tag: Datenschutzrecht
2. Tag: Formelle Datenschutzanforderungen und Datenschutz-Kontrollinstanzen
3. Tag: Datenschutzmanagement und -organisation
4. Tag: Informationssicherheit + Prüfung

Zu den Kosten: Natürlich ist das nicht wenig – 1.860,00 € (zzgl. USt) plus die Prüfung für 260,00 € (zzgl. USt). Aber zum einen kann man sich die Weiterbildung auch als Selbstständige von der SAB über den betrieblichen Weiterbildungscheck zu 50% fördern lassen (Antrag vor Auftrag beachten!) und zum anderen hätte ich mir dieses Wissen selbst mit viel Lesen nicht in so kurzer Zeit aneignen können. Zudem muss ich sagen, dass die TÜV Akademie auch vieles geboten hat.

TÜV Nord – die Rahmenbedingungen

Die TÜV Nord Akademie ist in Berlin genau neben dem Checkpoint Charly. Für mich als Ortsfremde gab es also schon auf dem Weg zum und von dem Seminar einiges zu Gucken. Die Räumlichkeiten sind modern und groß. Es gab Getränke und vor allem viel Kaffee, außerdem täglich zwei Snackpausen (Nachmittags sogar mit Eistruhe) und zum Mittagessen gab es Gutscheine für die Kantine im Axel-Springer-Haus gleich um die Ecke. Die Unterlagen lagen ausgedruckt bereit, neben dem Gesetzbuch, ausreichend Post-Its und Schreibutensilien (siehe Fotos). Man musste sich also nur darauf konzentrieren, die Informationen aufzunehmen. Das hat mich überzeugt. Daher kann ich das Seminar in Berlin wärmstens weiterempfehlen.

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PS: Das ist keine Werbung sondern meine eigene private Meinung. Ich habe das Seminar selbst bezahlt und vom 20. bis zum 23.08.2018 besucht.

 

PPS:


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